Bei verschiedenen medizinischen Notfällen können bereits die ersten Minuten über den weiteren Verlauf entscheiden. Nachfolgend stellen wir Ihnen Handlungsempfehlungen für die wichtigsten zeitkritischen Notfallsituationen zur Verfügung. Die beschriebenen Maßnahmen sollen Ihnen eine Orientierung geben, um bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes angemessen zu handeln. Sie ersetzen jedoch keine praktische Erste-Hilfe-Ausbildung.
Verhalten bei…
Eine allergische Reaktion ist eine übermäßige Reaktion des Immunsystems auf einen normalerweise harmlosen Stoff (Allergen). Die Beschwerden können leicht sein, sich aber auch innerhalb weniger Minuten lebensbedrohlich entwickeln. Verschlechtert sich der Zustand oder treten Atembeschwerden auf, wählen Sie umgehend den Notruf 112.
So helfen Sie richtig
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie Schritt für Schritt.
1. Notruf 112 verständigen
Verständigen Sie frühzeitig den Rettungsdienst.
- Beantworten Sie die Fragen des Leitstellendisponenten ruhig und vollständig.
- Legen Sie nicht eigenständig auf. Das Gespräch wird von der Leitstelle geführt und beendet.
- Schalten Sie Ihr Mobiltelefon möglichst auf Lautsprecher, damit Sie sich gleichzeitig um den Betroffenen kümmern und die Anweisungen der Leitstelle unmittelbar umsetzen können.
2. Betroffenen beruhigen und betreuen
- Bleiben Sie beim Betroffenen.
- Sprechen Sie ruhig und beruhigend.
- Vermeiden Sie unnötige körperliche Anstrengung.
- Beobachten Sie den Zustand kontinuierlich.
3. Kontakt mit dem Auslöser beenden
Falls möglich und ohne Eigengefährdung:
- Entfernen Sie den Auslöser oder bringen Sie den Betroffenen aus der Gefahrenquelle.
- Entfernen Sie beispielsweise einen Insektenstachel vorsichtig, sofern dieser noch sichtbar ist.
- Vermeiden Sie weiteren Kontakt mit dem vermuteten Allergen.
4. Betroffene Stelle kühlen
Das Kühlen kann helfen, Schwellungen und Beschwerden zu lindern.
- Kühlen Sie die betroffene Körperstelle mit einem Coolpack oder kalten Umschlägen.
- Legen Sie Kühlpacks niemals direkt auf die Haut, sondern wickeln Sie diese in ein Tuch ein.
- Befindet sich die Schwellung im Mund- oder Rachenraum, kann der Betroffene – sofern er sicher schlucken kann – langsam einen Eiswürfel lutschen oder kaltes Wasser im Mund kühlen lassen.
- Verschlechtert sich die Atmung oder Schluckfähigkeit, informieren Sie umgehend die Leitstelle.
5. Atmung erleichtern
Hat der Betroffene Atembeschwerden:
- Lockern Sie beengende Kleidung (z. B. Kragen, Schal oder Krawatte).
- Lagern Sie den Betroffenen mit erhöhtem Oberkörper.
- Sorgen Sie für frische Luft.
- Lassen Sie den Betroffenen nicht alleine.
6. Vorhandene Notfallmedikamente unterstützen
Fragen Sie den Betroffenen oder Angehörige, ob ein Notfallset vorhanden ist.
- Unterstützen Sie den Betroffenen bei der Anwendung seines eigenen Notfallsets, wenn er hierzu selbst nicht mehr in der Lage ist.
- Wenden Sie Medikamente ausschließlich an, wenn diese für den Betroffenen bestimmt sind oder Sie hierzu entsprechend eingewiesen wurden.
7. Betreuung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
- Kontrollieren Sie regelmäßig das Bewusstsein und die Atmung.
- Halten Sie den Betroffenen warm.
- Beruhigen Sie ihn weiterhin.
- Verschlechtert sich der Zustand, informieren Sie die Leitstelle unverzüglich.
Ein Asthmaanfall entsteht durch eine Verengung der Atemwege. Die betroffene Person bekommt zunehmend schlechter Luft und muss deutlich mehr Kraft zum Atmen aufbringen. Ohne Behandlung kann sich der Zustand rasch verschlechtern.
So helfen Sie richtig
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie Schritt für Schritt.
1. Notruf 112 verständigen
Verständigen Sie den Rettungsdienst, wenn
- sich die Atemnot rasch verschlechtert,
- das Asthmaspray keine ausreichende Wirkung zeigt,
- der Betroffene kaum noch sprechen kann,
- die Lippen oder Fingernägel blau anlaufen,
- der Betroffene bewusstseinsgetrübt wird oder bewusstlos ist.
- Beantworten Sie die Fragen des Leitstellendisponenten ruhig und vollständig.
- Legen Sie nicht eigenständig auf.
- Schalten Sie Ihr Mobiltelefon möglichst auf Lautsprecher, damit Sie sich gleichzeitig um den Betroffenen kümmern können.
2. Betroffenen beruhigen
- Bleiben Sie beim Betroffenen.
- Sprechen Sie ruhig und beruhigend.
- Vermeiden Sie unnötige Aufregung.
- Angst verstärkt häufig die Atemnot.
3. Atmung erleichtern
- Lockern Sie beengende Kleidung.
- Sorgen Sie für frische Luft.
- Lassen Sie den Betroffenen die für ihn angenehmste Haltung einnehmen. Meist erleichtert eine aufrechte Sitzhaltung oder der sogenannte Kutschersitz die Atmung.
- Unterstützen Sie den Betroffenen dabei, ruhig und langsam zu atmen.
- Falls bekannt und möglich, kann die Lippenbremse die Atmung erleichtern.
4. Asthmaspray anwenden
Fragen Sie den Betroffenen, ob er ein Asthmaspray bei sich trägt.
- Unterstützen Sie ihn bei der Anwendung seines eigenen Asthmasprays.
- Helfen Sie nur, wenn der Betroffene dies wünscht oder hierzu nicht mehr selbst in der Lage ist.
- Verwenden Sie ausschließlich Medikamente, die dem Betroffenen gehören.
5. Betreuung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
- Kontrollieren Sie regelmäßig das Bewusstsein und die Atmung.
- Lassen Sie den Betroffenen nicht alleine.
- Halten Sie ihn warm.
- Beruhigen Sie ihn weiterhin.
- Informieren Sie die Leitstelle, wenn sich der Zustand verschlechtert.
Eine schwere Atemnot ist immer ein medizinischer Notfall. Der Körper erhält dabei nicht ausreichend Sauerstoff und lebenswichtige Organe können innerhalb kurzer Zeit geschädigt werden. Wählen Sie daher frühzeitig den Notruf 112, wenn sich die Beschwerden nicht rasch bessern oder plötzlich auftreten.
So helfen Sie richtig
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie Schritt für Schritt.
1. Notruf 112 verständigen
Verständigen Sie frühzeitig den Rettungsdienst.
- Beantworten Sie die Fragen des Leitstellendisponenten ruhig und vollständig.
- Legen Sie nicht eigenständig auf. Das Gespräch wird von der Leitstelle geführt und beendet.
- Schalten Sie Ihr Mobiltelefon möglichst auf Lautsprecher, damit Sie während des Telefonats beide Hände für die Betreuung des Betroffenen frei haben und Anweisungen unmittelbar umsetzen können.
2. Betroffenen beruhigen
Atemnot führt häufig zu Angst und Panik, wodurch sich die Beschwerden zusätzlich verschlimmern können.
- Sprechen Sie ruhig und beruhigend.
- Bleiben Sie beim Betroffenen.
- Vermeiden Sie jede unnötige Aufregung.
3. Atmung erleichtern
- Beengende Kleidung (z. B. Kragen, Schal oder Krawatte) lockern.
- Den Betroffenen möglichst mit aufgerichtetem Oberkörper lagern.
- Eine für den Betroffenen angenehme, atemerleichternde Sitzhaltung ermöglichen.
- Für frische Luft sorgen (Fenster öffnen oder an einen gut belüfteten Ort gehen).
4. Ruhiges Atmen unterstützen
- Leiten Sie den Betroffenen zu einer möglichst ruhigen und gleichmäßigen Atmung an.
- Falls dem Betroffenen die Technik bekannt ist oder sie gut gelingt, kann die Lippenbremse helfen:
- langsam durch die Nase einatmen,
- langsam gegen locker aufeinanderliegende Lippen wieder ausatmen.
5. Bis zum Rettungsdienst betreuen
- Verschlechtert sich der Zustand oder tritt keine normale Atmung mehr auf, beginnen Sie – sofern erforderlich – unverzüglich mit Wiederbelebungsmaßnahmen nach den Anweisungen der Leitstelle oder entsprechend Ihrer Erste-Hilfe-Kenntnisse.
- Den Betroffenen niemals alleine lassen.
- Atmung und Bewusstsein kontinuierlich beobachten.
Eine bewusstlose Person reagiert nicht auf Ansprache oder Berührung. Auch wenn die Person zunächst ruhig wirkt, handelt es sich immer um einen medizinischen Notfall. Besonders wichtig ist die Kontrolle der Atmung, da die Atemwege jederzeit verlegt werden können.
So helfen Sie richtig
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie Schritt für Schritt.
1. Bewusstsein prüfen
- Sprechen Sie die Person laut an und fassen Sie sie vorsichtig an den Schultern an. Reagiert die Person nicht, gehen Sie von einer Bewusstlosigkeit aus.
2. Notruf 112 verständigen
Verständigen Sie umgehend den Rettungsdienst.
- Beantworten Sie die Fragen des Leitstellendisponenten ruhig und vollständig.
- Legen Sie nicht eigenständig auf. Das Gespräch wird von der Leitstelle geführt und beendet.
- Schalten Sie Ihr Mobiltelefon möglichst auf Lautsprecher, damit Sie während des Telefonats beide Hände frei haben und die Anweisungen der Leitstelle unmittelbar umsetzen können.
3. Atmung kontrollieren
- Überstrecken Sie vorsichtig den Kopf und heben Sie das Kinn an.
- Kontrollieren Sie anschließend 10 Sekunden, ob eine normale Atmung vorhanden ist.
Achten Sie dabei auf:- Hebt und senkt sich der Brustkorb?
- Sind Atemgeräusche hörbar?
- Ist ein Luftstrom an Ihrer Wange spürbar?
4. Bei normaler Atmung
Atmet die Person normal, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Wenn keine Atmung erkennbar ist, verfahren Sie nach den Verhaltenstipps zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand.
So bringen Sie eine Person in die stabile Seitenlage
- Knien Sie sich neben die betroffene Person.
- Strecken Sie beide Beine aus.
- Legen Sie den Ihnen nahen Arm im rechten Winkel vom Körper weg.
- Führen Sie den weiter entfernten Arm über die Brust und legen Sie den Handrücken an die Ihnen zugewandte Wange. Halten Sie die Hand dort fest.
- Stellen Sie das weiter entfernte Bein am Knie an.
- Ziehen Sie das angewinkelte Bein vorsichtig zu sich, sodass sich die Person auf die Seite dreht.
- Richten Sie das obere Bein so aus, dass Hüfte und Knie jeweils ungefähr einen rechten Winkel bilden.
- Überstrecken Sie den Kopf leicht nach hinten und heben Sie das Kinn an, damit die Atemwege frei bleiben.
- Öffnen Sie gegebenenfalls den Mund leicht nach unten, damit Speichel oder Erbrochenes abfließen kann.
5. Betreuung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
- Lassen Sie die Person nicht alleine.
- Halten Sie die Person warm, beispielsweise mit einer Rettungsdecke oder einer Decke.
- Kontrollieren Sie die Atmung regelmäßig, bis der Rettungsdienst eintrifft.
- Beruhigen Sie gegebenenfalls umstehende Personen und sorgen Sie für ausreichend Platz um den Betroffenen.
Eine Blutvergiftung – medizinisch Sepsis genannt – ist eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Sie kann sich innerhalb weniger Stunden entwickeln und unbehandelt zu Organversagen führen. Eine frühzeitige medizinische Behandlung ist entscheidend. Besteht der Verdacht auf eine Blutvergiftung, wählen Sie unverzüglich den Notruf 112.
So helfen Sie richtig
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie Schritt für Schritt.
1. Notruf 112 verständigen
- Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Blutvergiftung unverzüglich den Rettungsdienst.
- Beantworten Sie die Fragen des Leitstellendisponenten ruhig und vollständig.
- Teilen Sie mit, dass eine Blutvergiftung (Sepsis) vermutet wird oder eine schwere Infektion mit rascher Verschlechterung des Allgemeinzustandes vorliegt.
- Legen Sie nicht eigenständig auf. Das Gespräch wird von der Leitstelle geführt und beendet.
- Schalten Sie Ihr Mobiltelefon möglichst auf Lautsprecher, damit Sie sich gleichzeitig um den Betroffenen kümmern und die Anweisungen der Leitstelle unmittelbar umsetzen können.
2. Betroffenen beruhigen und betreuen
- Bleiben Sie beim Betroffenen.
- Sprechen Sie ruhig und beruhigend.
- Vermeiden Sie unnötige körperliche Anstrengung.
- Lassen Sie den Betroffenen nicht alleine.
- Beobachten Sie den Zustand kontinuierlich.
3. Geeignete Lagerung wählen
- Lagern Sie den Betroffenen möglichst bequem.
- Bei Atembeschwerden kann eine Lagerung mit erhöhtem Oberkörper die Atmung erleichtern.
- Vermeiden Sie unnötige Belastungen oder längere Wege.
4. Wärme erhalten
- Achten Sie darauf, dass der Betroffene weder auskühlt noch überhitzt.
- Decken Sie den Betroffenen bei Bedarf mit einer Decke zu.
- Sorgen Sie für eine angenehme Umgebungstemperatur.
5. Nichts essen oder trinken lassen
- Geben Sie dem Betroffenen keine Speisen oder Getränke, wenn dieser benommen ist, unter Übelkeit leidet oder das Bewusstsein eingeschränkt erscheint.
- Verabreichen Sie keine Medikamente, sofern diese nicht ausdrücklich ärztlich verordnet wurden oder der Leitstellendisponent entsprechende Anweisungen erteilt.
6. Zustand überwachen
- Kontrollieren Sie regelmäßig das Bewusstsein.
- Achten Sie auf Veränderungen der Atmung.
- Beobachten Sie, ob sich der Allgemeinzustand verschlechtert oder neue Beschwerden auftreten.
- Informieren Sie die Leitstelle unverzüglich über wesentliche Veränderungen.
7. Betreuung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
- Bleiben Sie weiterhin beim Betroffenen.
- Beruhigen Sie ihn und sprechen Sie ruhig mit ihm.
- Halten Sie, wenn möglich, Informationen zu bestehenden Erkrankungen, Allergien, Medikamenten oder der vermuteten Infektion bereit.
Ein verschluckter Fremdkörper kann die Atemwege teilweise oder vollständig verschließen. Häufig handelt es sich um zu große Bissen beim Essen, aber auch kleine Gegenstände, die insbesondere von Kindern versehentlich eingeatmet werden können. Kann der Fremdkörper nicht selbst ausgehustet werden, besteht akute Erstickungsgefahr. Wählen Sie in diesem Fall unverzüglich den Notruf 112.
So helfen Sie richtig
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie Schritt für Schritt.
1. Situation beurteilen
- Prüfen Sie, ob der Betroffene noch husten, sprechen oder atmen kann.
- Kann der Betroffene kräftig husten oder sprechen, sind die Atemwege nur teilweise verlegt.
- Kann der Betroffene weder sprechen noch husten oder atmen, liegt vermutlich eine vollständige Atemwegsverlegung vor.
- Verständigen Sie frühzeitig den Rettungsdienst.
2. Zum Husten auffordern
Kann der Betroffene noch kräftig husten:
- Fordern Sie ihn auf, weiter kräftig zu husten.
- Beruhigen Sie den Betroffenen.
Greifen Sie nicht mit den Fingern in den Mund, wenn der Fremdkörper nicht deutlich sichtbar und leicht erreichbar ist.
Beobachten Sie den Zustand kontinuierlich.
3. Notruf 112 verständigen
Kann der Betroffene nicht mehr wirksam husten, sprechen oder atmen, wählen Sie sofort den Notruf 112.
- Beantworten Sie die Fragen des Leitstellendisponenten ruhig und vollständig.
- Legen Sie nicht eigenständig auf.
- Schalten Sie Ihr Mobiltelefon möglichst auf Lautsprecher, damit Sie die Anweisungen der Leitstelle unmittelbar umsetzen können.
4. Rückenschläge durchführen
Kann der Betroffene den Fremdkörper nicht selbst aushusten:
- Beugen Sie den Oberkörper des Betroffenen deutlich nach vorne.
- Geben Sie bis zu fünf kräftige Schläge mit dem Handballen zwischen die Schulterblätter.
- Kontrollieren Sie nach jedem Schlag, ob sich der Fremdkörper gelöst hat.
5. Bauchkompressionen durchführen
Bleibt der Fremdkörper trotz der Rückenschläge stecken:
- Stellen Sie sich hinter den Betroffenen.
- Legen Sie eine Faust zwischen Bauchnabel und Brustbein.
- Greifen Sie die Faust mit der anderen Hand.
- Ziehen Sie kräftig nach innen und oben.
Führen Sie bis zu fünf Bauchkompressionen durch.
Wechseln Sie anschließend wieder zwischen Rückenschlägen und Bauchkompressionen, bis sich der Fremdkörper löst oder der Rettungsdienst übernimmt.
6. Bei Bewusstlosigkeit sofort handeln
Wird der Betroffene bewusstlos:
- Legen Sie ihn vorsichtig auf den Boden in die Stabile Seitenlage.
- Kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung.
Atmet der Betroffene nicht normal, beginnen Sie sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.
7. Betreuung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
- Bleiben Sie beim Betroffenen.
- Beruhigen Sie ihn weiterhin.
Auch wenn sich der Fremdkörper gelöst hat, sollte der Betroffene ärztlich untersucht werden, insbesondere wenn weiterhin Beschwerden bestehen oder zuvor eine vollständige Atemwegsverlegung vorlag.
Ein Herzinfarkt entsteht, wenn ein Herzkranzgefäß verschlossen ist und Teile des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Ein Herzinfarkt ist immer ein medizinischer Notfall. Je schneller der Rettungsdienst alarmiert wird, desto größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.
So helfen Sie richtig
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie Schritt für Schritt.
1. Notruf 112 verständigen
Verständigen Sie sofort den Rettungsdienst.
- Beantworten Sie die Fragen des Leitstellendisponenten ruhig und vollständig.
- Legen Sie nicht eigenständig auf. Das Gespräch wird von der Leitstelle geführt und beendet.
- Schalten Sie Ihr Mobiltelefon möglichst auf Lautsprecher, damit Sie sich gleichzeitig um den Betroffenen kümmern und die Anweisungen der Leitstelle umsetzen können.
2. Betroffenen beruhigen und betreuen
- Bleiben Sie beim Betroffenen.
- Sprechen Sie ruhig und beruhigend.
- Vermeiden Sie jede unnötige Aufregung.
- Lassen Sie den Betroffenen nicht alleine.
3. Körperliche Belastung vermeiden – Das Herz muss möglichst entlastet werden.
- Sorgen Sie dafür, dass der Betroffene jede körperliche Anstrengung vermeidet.
- Lassen Sie den Betroffenen nicht laufen oder Treppen steigen.
- Vermeiden Sie jede unnötige Bewegung.
4. Atmung erleichtern
- Lockern Sie beengende Kleidung, beispielsweise Kragen, Krawatte oder Schal.
- Lagern Sie den Betroffenen mit erhöhtem Oberkörper, sofern dies angenehm ist.
- Sorgen Sie für frische Luft.
- Achten Sie darauf, dass der Betroffene ruhig und gleichmäßig atmet.
5. Nichts essen, trinken oder rauchen
Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte der Betroffene:
- nichts essen,
- nichts trinken,
- nicht rauchen.
6. Betreuung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
- Kontrollieren Sie regelmäßig das Bewusstsein und die Atmung.
- Halten Sie den Betroffenen warm.
- Beruhigen Sie ihn weiterhin.
- Verschlechtert sich der Zustand, informieren Sie die Leitstelle unverzüglich.
Ein Herz-Kreislauf-Stillstand ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Ohne sofortige Wiederbelebung sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit mit jeder Minute deutlich. Entscheidend ist, dass Sie schnell handeln und sofort mit der Wiederbelebung beginnen.
So helfen Sie richtig
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie Schritt für Schritt.
1. Bewusstsein prüfen
- Sprechen Sie die Person laut an.
- Fassen Sie die Person vorsichtig an den Schultern an.
- Reagiert die Person nicht, gehen Sie von einer Bewusstlosigkeit aus.
2. Atmung kontrollieren
- Überstrecken Sie den Kopf vorsichtig und heben Sie das Kinn an.
- Kontrollieren Sie die Atmung für 10 Sekunden.
- Hebt und senkt sich der Brustkorb?
- Sind Atemgeräusche hörbar?
- Ist ein Luftstrom an Ihrer Wange spürbar?
Atmet die Person nicht oder nicht normal, beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung.
3. Notruf 112 verständigen
Verständigen Sie sofort den Rettungsdienst.
- Rufen Sie laut um Hilfe und bitten Sie um Unterstützung.
- Lassen Sie möglichst eine zweite Person den Notruf wählen und einen AED holen.
- Sind Sie alleine, wählen Sie selbst den Notruf 112 und schalten Sie Ihr Mobiltelefon auf Lautsprecher.
- Beantworten Sie die Fragen des Leitstellendisponenten ruhig und vollständig.
- Legen Sie nicht eigenständig auf. Das Gespräch wird von der Leitstelle geführt und beendet.
4. Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen
Beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage.
- Legen Sie die Person auf eine feste Unterlage.
- Platzieren Sie den Ballen einer Hand mittig auf dem Brustkorb.
- Legen Sie die zweite Hand darüber und verschränken Sie die Finger.
- Halten Sie Ihre Arme gestreckt und drücken Sie senkrecht nach unten.
- Drücken Sie den Brustkorb etwa 5 bis 6 cm tief ein.
- Entlasten Sie den Brustkorb nach jeder Kompression vollständig.
- Führen Sie die Herzdruckmassage mit einer Frequenz von 100 bis 120 Kompressionen pro Minute durch.
5. Beatmung durchführen (wenn möglich)
Wenn Sie in der Beatmung geschult sind und sich diese zutrauen:
- Führen Sie 30 Herzdruckmassagen durch.
- Anschließend 2 Beatmungen.
- Setzen Sie den Wechsel von 30 : 2 bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fort.
Falls Sie sich eine Beatmung nicht zutrauen, führen Sie die Herzdruckmassage ohne Unterbrechung fort.
6. AED einsetzen
Ist ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) verfügbar:
- Schalten Sie das Gerät sofort ein.
- Kleben Sie die Elektroden wie auf den Abbildungen dargestellt auf.
- Folgen Sie den Sprachanweisungen des Gerätes.
- Unterbrechen Sie die Herzdruckmassage nur, wenn das Gerät Sie dazu auffordert.
- Nach einer Schockabgabe oder der Aufforderung „Kein Schock empfohlen“ beginnen Sie sofort wieder mit der Herzdruckmassage.
7. Wiederbelebung fortführen
Setzen Sie die Wiederbelebung fort, bis:
- der Rettungsdienst übernimmt,
- die Person wieder normal atmet und eindeutige Lebenszeichen zeigt,
- Sie körperlich nicht mehr in der Lage sind, die Wiederbelebung fortzuführen.
Jede Wiederbelebung ist besser als keine Wiederbelebung.
Haben Sie Hemmungen vor der Beatmung oder fühlen sich unsicher, konzentrieren Sie sich ausschließlich auf die Herzdruckmassage. Bereits diese kann die Überlebenschancen des Betroffenen deutlich verbessern.

Ein Krampfanfall entsteht durch eine vorübergehende Störung der elektrischen Aktivität im Gehirn. Während des Anfalls kann die betroffene Person das Bewusstsein verlieren und die Kontrolle über ihren Körper verlieren. Ein Krampfanfall wirkt häufig dramatisch, endet jedoch in vielen Fällen nach wenigen Minuten von selbst.
So helfen Sie richtig
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie Schritt für Schritt.
1. Notruf 112 verständigen
Verständigen Sie den Rettungsdienst insbesondere dann,
- wenn der Krampfanfall länger andauert,
- mehrere Krampfanfälle unmittelbar hintereinander auftreten,
- der Betroffene sich verletzt hat,
- der Betroffene nach dem Anfall nicht wieder zu Bewusstsein kommt,
- es sich um den ersten bekannten Krampfanfall handelt,
- Unsicherheit über die Ursache besteht.
Auch wenn Sie unsicher sind, wählen Sie lieber einmal zu viel als einmal zu wenig den Notruf 112.
- Beantworten Sie die Fragen des Leitstellendisponenten ruhig und vollständig.
- Legen Sie nicht eigenständig auf.
- Schalten Sie Ihr Mobiltelefon möglichst auf Lautsprecher, damit Sie sich gleichzeitig um den Betroffenen kümmern können.
2. Betroffenen vor Verletzungen schützen
- Entfernen Sie gefährliche Gegenstände aus der unmittelbaren Umgebung.
- Polstern Sie den Kopf, beispielsweise mit einer Jacke oder einem Kissen.
- Sorgen Sie für ausreichend Platz.
3. Den Krampfanfall nicht aufhalten
- Halten Sie den Betroffenen nicht fest.
- Versuchen Sie nicht, die Zuckungen zu unterdrücken.
- Stecken Sie keine Gegenstände in den Mund.
- Versuchen Sie nicht, den Mund gewaltsam zu öffnen.
4. Dauer des Krampfanfalls beobachten
- Merken oder messen Sie möglichst die Dauer des Krampfanfalls.
- Beobachten Sie den Verlauf, damit Sie dem Rettungsdienst genaue Informationen geben können.
5. Nach dem Krampfanfall
Sobald die Krampfbewegungen aufgehört haben:
- Kontrollieren Sie das Bewusstsein und die Atmung.
- Legen Sie den Betroffenen in die Stabile Seitenlage.
6. Betreuung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
- Halten Sie ihn warm.
- Bleiben Sie beim Betroffenen.
- Sprechen Sie ruhig mit dem Betroffenen.
- Viele Betroffene sind zunächst verwirrt oder sehr erschöpft – das ist häufig normal.
- Kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung und das Bewusstsein.
Wichtiger Hinweis
Während eines Krampfanfalls besteht keine Gefahr, dass der Betroffene seine Zunge verschluckt. Versuchen Sie daher niemals, Gegenstände oder Ihre Finger in den Mund einzuführen. Dadurch können sowohl Sie als auch der Betroffene schwer verletzt werden.
Nach einem Krampfanfall benötigen viele Betroffene Zeit zur Erholung. Bleiben Sie ruhig, geben Sie Orientierung und lassen Sie die Person erst wieder aufstehen, wenn sie vollständig wach und ansprechbar ist.
Eine starke Blutung kann innerhalb weniger Minuten lebensbedrohlich werden. Besonders bei Verletzungen an Armen oder Beinen besteht die Gefahr eines hohen Blutverlustes. Ziel der Ersten Hilfe ist es, die Blutung möglichst schnell zu stoppen oder deutlich zu verringern, bis der Rettungsdienst eintrifft. Wählen Sie bei einer starken oder unkontrollierbaren Blutung unverzüglich den Notruf 112.
So helfen Sie richtig
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie Schritt für Schritt.
1. Notruf 112 verständigen
- Verständigen Sie unverzüglich den Rettungsdienst.
- Beantworten Sie die Fragen des Leitstellendisponenten ruhig und vollständig.
- Legen Sie nicht eigenständig auf. Das Gespräch wird von der Leitstelle geführt und beendet.
- Schalten Sie Ihr Mobiltelefon möglichst auf Lautsprecher, damit Sie sich gleichzeitig um den Betroffenen kümmern und die Anweisungen der Leitstelle unmittelbar umsetzen können.
2. Eigenschutz beachten
- Achten Sie auf Ihre eigene Sicherheit.
- Vermeiden Sie nach Möglichkeit den direkten Kontakt mit Blut.
- Verwenden Sie Einmalhandschuhe, sofern diese verfügbar sind.
3. Blutung sofort stillen
Üben Sie sofort mit einem Verbandpäckchen oder einem sauberen Tuch kräftigen Druck direkt auf die blutende Wunde aus.
Lässt die Blutung nicht nach, erhöhen Sie den Druck weiter.
Entfernen Sie bereits aufgelegte Kompressen nicht, sondern legen Sie bei Bedarf weiteres Verbandmaterial darüber.
4. Druckverband anlegen
Kann die Blutung durch direkten Druck vermindert werden, legen Sie einen Druckverband an.
Der Verband muss fest genug sitzen, um die Blutung zu verringern, darf jedoch nicht verrutschen.
Kontrollieren Sie regelmäßig, ob der Verband weiterhin wirksam ist.
Blutet die Wunde durch den Verband hindurch, legen Sie weiteres Verbandmaterial darüber und erhöhen Sie den Druck.
5. Betroffenen betreuen
- Lassen Sie den Betroffenen nicht alleine.
- Beruhigen Sie ihn und sprechen Sie ruhig mit ihm.
- Halten Sie den Betroffenen warm, beispielsweise mit einer Rettungsdecke oder einer Decke.
6. Betreuung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
- Kontrollieren Sie regelmäßig das Bewusstsein und die Atmung.
- Informieren Sie die Leitstelle unverzüglich, wenn sich der Zustand verschlechtert.
Ein Schlaganfall entsteht, wenn das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Ursache ist meist ein verschlossenes oder seltener ein geplatztes Blutgefäß im Gehirn. Ein Schlaganfall ist immer ein medizinischer Notfall. Je schneller der Rettungsdienst alarmiert wird, desto größer sind die Chancen, bleibende Schäden zu vermeiden.
So helfen Sie richtig
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie Schritt für Schritt.
1. Schlaganfall mit dem FAST-Test erkennen
Mit dem FAST-Test können Sie einen Schlaganfall innerhalb weniger Sekunden erkennen.
F – Face (Gesicht)
Bitten Sie die Person zu lächeln.
- Hängt ein Mundwinkel herab?
- Wirkt das Gesicht einseitig gelähmt?
A – Arms (Arme)
Bitten Sie die Person, beide Arme gleichzeitig nach vorne zu strecken und die Handflächen nach oben zu drehen.
- Sinkt ein Arm ab?
- Kann ein Arm nicht angehoben werden?
S – Speech (Sprache)
Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen, zum Beispiel:
„Heute ist schönes Wetter.“
- Spricht die Person undeutlich?
- Findet sie keine passenden Worte?
- Versteht sie den Satz nicht?
T – Time (Zeit)
Zeigt sich eines oder mehrere dieser Anzeichen, zählt jede Minute.
- Verständigen Sie sofort den Notruf 112.
- Merken oder notieren Sie sich möglichst den Zeitpunkt, an dem die Beschwerden begonnen haben oder die Person zuletzt ohne Beschwerden gesehen wurde.
2. Notruf 112 verständigen
Verständigen Sie sofort den Rettungsdienst.
- Beantworten Sie die Fragen des Leitstellendisponenten ruhig und vollständig.
- Legen Sie nicht eigenständig auf. Das Gespräch wird von der Leitstelle geführt und beendet.
- Schalten Sie Ihr Mobiltelefon möglichst auf Lautsprecher, damit Sie sich gleichzeitig um den Betroffenen kümmern und die Anweisungen der Leitstelle umsetzen können.
3. Betroffenen beruhigen und betreuen
- Bleiben Sie beim Betroffenen.
- Sprechen Sie ruhig und beruhigend.
- Lassen Sie den Betroffenen nicht alleine.
- Vermeiden Sie unnötige Aufregung und körperliche Belastung.
4. Bequeme Lagerung
- Lagern Sie den Betroffenen möglichst mit erhöhtem Oberkörper.
- Lockern Sie beengende Kleidung.
- Sorgen Sie für frische Luft.
- Vermeiden Sie unnötige Bewegungen.
5. Betreuung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
- Kontrollieren Sie regelmäßig das Bewusstsein und die Atmung.
- Halten Sie den Betroffenen warm.
- Beruhigen Sie ihn weiterhin.
- Verschlechtert sich der Zustand, informieren Sie die Leitstelle unverzüglich.
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